Was kostet eine Küche wirklich? Eine ehrliche Kalkulation

Kosten 5 Minuten Lesezeit

Was kostet eine Küche wirklich? Eine ehrliche Kalkulation

Die Frage nach dem Preis lässt sich seriös erst nach dem ersten Entwurf beantworten. Was sich vorher sagen lässt: woraus sich der Preis zusammensetzt und welche Posten in Angeboten regelmäßig fehlen.

Die fünf Preistreiber

In dieser Reihenfolge beeinflussen die Faktoren den Endpreis am stärksten:

  • Laufmeter und Schrankanzahl. Jeder zusätzliche Meter kostet Korpus, Front, Arbeitsplatte und Montagezeit.
  • Geräte. Zwischen Einstiegsgeräten und Premiumausstattung liegen leicht 6.000 Euro — bei identischem Küchenkorpus.
  • Arbeitsplatte. Von Laminat bis Keramik ist ein Faktor fünf bis acht realistisch.
  • Fronten. Folie, Lack, Echtholzfurnier und Massivholz liegen deutlich auseinander; grifflose Ausführungen kosten zusätzlich.
  • Innenausstattung. Vollauszüge, Apothekerschrank, Eckkarussell und Beleuchtung summieren sich schneller als erwartet.

Was in Angeboten gerne fehlt

Vergleichbar werden Angebote erst, wenn alle Positionen enthalten sind. Prüfen Sie gezielt, ob folgende Punkte ausgewiesen sind:

  • Lieferung bis in die Wohnung, nicht nur bis zur Bordsteinkante
  • Montage inklusive Anschluss von Spüle, Geschirrspüler und Kochfeld
  • Elektroarbeiten, falls Anschlüsse verlegt werden müssen
  • Arbeitsplattenausschnitte für Spüle, Kochfeld und Armatur
  • Demontage und Entsorgung der alten Küche
  • Anpassungsarbeiten bei schiefen Wänden — in Altbauten die Regel, nicht die Ausnahme

Wo Sparen sich rächt

An der Montage zu sparen ist die teuerste Entscheidung überhaupt. Eine nicht fluchtend ausgerichtete Küche lässt sich nachträglich kaum korrigieren, und bei Wasserschäden durch unsauberen Anschluss wird die Zuständigkeitsfrage schnell unangenehm.

Ebenfalls schlecht investiert: die billigste Variante beim Geschirrspüler und beim Auszugsbeschlag. Beide werden täglich benutzt, beide fallen bei schlechter Qualität zuerst aus.

Wo Sparen sinnvoll ist

Oberschränke in Bereichen, die Sie selten nutzen, brauchen kein Premium-Innenleben. Ein Backofen mit Dampfunterstützung ist wunderbar — aber nur, wenn Sie ihn auch einsetzen. Und eine grifflose Front ist eine Stilentscheidung, keine Funktionsverbesserung.

Auch bei der Arbeitsplatte lässt sich differenzieren: Hochwertiges Material im Koch- und Spülbereich, günstigeres auf der selten genutzten Rückseite einer Insel ist eine legitime Lösung.

Kurz gefasst

Lassen Sie sich einen Gesamtpreis inklusive Lieferung, Montage, Anschluss und Entsorgung geben. Erst dann sind zwei Angebote überhaupt vergleichbar — und meistens sind sie es dann nicht mehr.

Fragen zu Ihrem Projekt?

Im Studio klären wir das an echten Mustern — inklusive erster Skizze, wenn Sie den Grundriss dabeihaben.

Termin vereinbaren